Geräuschangst

ich dachte ja immer, das wäre bei Juni kein Thema .. leider wurde ich eines besseren belehrt

Silvester 2012

nun weiß ich, dass es ein riesengroßes Thema sein kann. GsD waren wir damals zu mehreren und Yvonne konnte Juni ein Thundershirt leihen. Durch die ausreichende Abwechslung, die Anwesenheit von Hunden ohne Angst, hat sich auch Juni im Laufe der Nacht wieder zu uns gesellen können.

Aber auch in den Tagen danach lief sie, sofern möglich, nach einem Knall in Deckung

Silvester 2013

30. Dezember:
Einige wenige Böller haben Juni veranlasst, sich im Klo zu verkriechen und da auch den Großteil der Nacht zu verbringen, leider hatte ich ihr das Thundershirt noch nicht anziehen können

31. Dezember:
auch mit Thundershirt war das Klo der liebste Aufenthaltort – sie tat mir so leid!

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Auch mit den Knallern die im neuen Jahr kamen hatte sie Probleme, so dass sie bei meiner Ma nur noch an die Schleppleine durfte, da sie ihr mehrfach abgehauen ist …
Doch ich bemerkte, dass sie mir nicht panisch abhaute .. eher bestimmt „ich will nach Hause!“

Silvester 2014

Tja, was soll ich sagen, auch dieses Silvester schickte schon früh ihre Knaller voraus. Doch schon bei den ersten Knallern merkte ich, dass sie nicht mehr so panisch war – zumindest, wenn es nur wenige waren ..

31.Dezember:
ich habe die Klotür geschlossen, ihr dafür aber mehrere sichere, aber bequeme Höhlen eingerichtet. Fast den ganzen Abend verbringt sie bei uns im Wohnzimmer – ok, unterm Sofa – aber Hey – bei uns! Erst gegen Mitternacht soch sie nach einem sicheren Platz

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auch die Tage danach sind stressfreier – je, sie will immer wieder nach Hause – aber ist auch weit davon entfernt, in Panik wegzurennen

siehe auch: http://hundesommer.de/silvesternachlese/
22.Feb 2015
Jaaaaaa! Chagga! eben hats draussen mehrfach geknallt ..Juni hat aufgesehen und ist LIEGENGEBLIEBEN! ok, es war nicht allzu laut, aber dennoch, noch vor einem Jahr wär sie in die Höhle gegangen
ich habe nicht mal das Entspannungssignal verwendet! (sie hat nur neugierig ausgesehen, und ich hatte bedenken, dass sie mit dem Entspannungssignal dann doch geht …)

Warum man sich über Signale mehr Gedanken machen sollte …

nun, unser Leben mit Hund besteht aus vielen Signalen. Neben den unbewussten/automatischen Körpersprachlichen, gibt es da die Zeichen oder Worte, mit denen wir unseren Hunden etwas bestimmtes sagen wollen. Die Klassiker wie „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ und deren Handzeichen sind da genauso vertreten wie viel individuellere Worte die wir oft aus anderen Sprachen nehmen z.B das beliebte „easy“ bei der konditionierten Entspannung.

So haben auch Juni und ich unsere ganz speziellen Signale entwickelt 😉 so heißt etwas bringen bei uns zum Beispiel „Beute zu mir“ und die Suche nach dem verstecktem Dummy „Beute verloren“ – das Entspannungssignal ist der lang gezogene Zischlaut „scht“ .. und JA, deswegen durfte ich mir auch schon sagen lassen, es wäre schlecht gewählt! Dennoch hat auch dieses Signal seine Vorteile – das beliebte „Tscht“ von einigen Hundehaltern hinterlässt bei Juni nur einen gelangweilten Blick 😉

Weniger Glück hatten wir bei der Wahl des negativ Markers – er hatte sich selbständig etabliert und ist eine Art „denk nach!“ – es ist ein Räuspern.
Wie blöd dieser Marker ist, merke ich jetzt, wo ich krank bin. Statt dem schmerzhaften Husten räusperte ich mich kräftig .. und mein eben so entspannt liegender Hund mutierte zu einem aufgeschrecktem Reh .. angestrendt nachdenkend, was sie falsch gemacht haben könnte ….

also gerade über negativ Marker sollte man sich wirklich mehr Gedanken machen, wie sie im Alltag sonst vorkommen könnten :/

Ein Traum …

Ich wachte heute Nacht auf – etwas irritierte mich – ich schaute mich um, was es ist .. da sah ich es, NEIN, ich sah sie, Juni!  Auf dem Balkon! – Ich sah sie auf dem Tisch stehen und nach unten bellen. Ich sah sofort ihre Erregung, die Bürste! Unten schien der Fuchs zu sein – nur warum hörte ich nichts? … doch HALT! Schlagartig war ich ganz wach – WIE kam sie eigentlich da raus? Und hoffentlich fällt sie nicht runter! Ich wollte grad aus dem Bett springen, da bemerkte ich, dass die Bettdecke unendlich schwer war. Meine Hand ertastete Juni – HÄH? Ich schaute auf den Balkon, da stand sie und keifte nach unten .. Sicherheitshalber tastete ich nochmal nach Juni – Ja! sie lag wie immer auf meiner Bettdecke!
Vor meinen Augen verblasste Juni auf dem Balkon …

Ich bin froh, dass es nur ein Traum war ! Nein, nein, kein Traum, den man träumen will – aber auch kein Alptraum – einfach ein Traum, der heute Nacht passiert ist.

Silvesternachlese

nachdem ich ja vor 2 Jahren von Junis auftretender Panik zu Silvester überrascht wurde, habe ich mir viele Gedanken gemacht wie ich ihr den Jahreswechsel erleichtern kann. Dies sind meine Beobachtungen und Interpretationen zum Silvester 2014

29. – Verkaufsstart des Feuerwerks, Vorsorglich gehen wir nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr vor die Tür. Bei den einzelnen Böllern am Abend geht Juni in ihre Box

30. – in der Früh ein Schneegassi – Juni tollt ausgelassen – keine Anzeichen von Unwohlsein. Beim Abendgassi kommt es zu einzelnen Böllern in der Ferne – Juni zieht einen geordneten Rückzug an. Abends bei den Böllern geht sie in ihre Box

31. – Vormittags noch schnell in den engl. Garten (09:30 – 12:30). Schon auf der ersten Hälfte der Strecke kommt es zu einzelnen Böllern – doch Juni lässt sich motivieren, weiterzulaufen. Auch ist sie dabei nicht gestresst, zum Spielen bereit.

Auf dem Rückweg mehrere und lautere Böller. Juni fängt mit dem geordneten Rückzug an. Läuft weit voraus, kommt zurück, läuft wieder weit voraus. So pendeln wir uns zum Auto (1h). In der gesamten Zeit fällt mir auf, dass sie keine Anzeichen von Panik hat. Rute hängt zwar herab, ist aber nicht eingeklemmt. Sie wirkt eher wie ein Wildtier, was immer wieder in die Umgebung sichert. Ich habe den Eindruck, sie findet die Böllerei einfach doof. Immer wieder die Versicherung nach hinten, ob ich auch den selben Weg gehe … minderwertige Belohnung (TroFu) kann und mag sie annehmen.

das war auch ihr letztes Gassi an dem Tag.

Situation in Wohnung: Nachdem ich nicht wollte, dass sich Juni wieder hinter der Toilette einen Rückzugsort sucht habe ich vorsorglich darauf geachtet, dass sie die Räume Bad und Toilette nicht betreten kann. Als Alternativen gab es 2 „Höhlen“ – die Box im Schlafzimmer (zusätzlich mit einer Decke abgedunkelt) und der Hohlraum unter dem Tablekicker im Wohnzimmer. Eine Decke um eine Höhle unter meinen Beinen zu machen lag bereit. Die geplante Box im Kabäuschen ist einer noch nicht vollzogenen Entrümpelung zum Opfer gefallen.

20:30 die Raketen und Böller werden etwas mehr. Juni geht in die Höhle unterm Kicker. – doch nur kurz – dann sucht sie mehr Nähe. Leider nimmt sie die sofort angebotene Decke über meinen Beinen nicht an und drückt sich unters Sofa. Kein hecheln, kein speicheln, keine eingeklemmte Rute – nur Rückzug. Sie mag keine Weißwurst mehr als Leckerei, Leberwurst geht aber.

21:30 ich entscheide, dass ich sie aus der Zuflucht verjage, da sie sich zwar alleine drunter quetschen kann, aber es alleine nicht wieder raus schafft. Lieber also jetzt, als wenn die Ballerei ihren Höhepunkt erreicht hat und ich ins Bett will …

21:35 Zuflucht nun ist die Box im Schlafzimmer.

21:45 wir gehen ins Bett – kurz darauf eine heftige Ballerei. Juni läuft unruhig hin und her – Mangels Toilette, nimmt sie nun das anliegende Kabäuschen als Ort des Leidens – sie quetscht sich in die unterste Ablage des Regals auf die Werkzeugkiste

21:50 ich gehe wieder ins Bett

23:00 es ballert schon wie wild draußen, Juni kommt wieder ins Schlafzimmer und verschwindet in der Box

00:00 ich setze mich vor Junis Box – draußen fängt es richtig an. Juni kommt raus (ich denke sie wollte nochmal versuchen ins Klo zu kommen) ich halte ihr die Hand hin, sie dockt an. Rute hängt immer noch runter (nicht eingeklemmt) kein hecheln, kein speicheln – sie steht einfach nur da .. dreht um und geht wieder in die Box

04:00 Juni kommt ins Bett

01.01. Morgengassi im EG ist wie der von Silvester, sie registriert die Böller – auf dem Hinweg lässt sie sie auch schnell wieder zum spielen motivieren, auf dem Rückweg wird gependelt.

einzelne Böller am Nachmittag werden in der Wohnung ignoriert.

alles in allem ein gewaltiger Fortschritt

[Update: Juni verschläft die ersten Böller des Abends]

Gedanken ….

es ist 20:15 – Primetime im Fernsehen und mal wieder nichts, was mich interessiert … warum sitze ich hier? ich weiss es nicht!

also vor guten 4 Jahren Juni bei mir einzog habe ich eigentlich nie um die Uhrzeit fern gesehen. Und gerade frage mich mich, was hat sich verändert.
Ich lasse meinen Alltag gedanklich passieren … was hat sich so alles verändert?

Als Juni einzog bin ich viel mit ihr unterwegs gewesen, viele Wege – lange Touren … und heute? Morgens „Hunde-Highway“ – Abends „Hunde-Highway“! und an den Wochenenden on Tour …

Natürlich stelle ich mir die Frage, bin ich faul geworden? oder gar den Pflichten der Hundemama überdrüssig?

ich denke NEIN! Nur überfordere ich Juni nicht mehr jeden Tag mit einem Action-Programm! denn, auch wenn ICH unter der Woche nicht viel mit ihr mache ..sie ist viel mit ihrer Tagesmama unterwegs – ich sage ich habe dazu gelernt und gebe ihrem Ruhebedürfnis mehr Raum

dafür werden ich mit einem ausgeglichenem Hund belohnt 🙂