Muskelaufbauende Übungen für Jederhund

ein kleines Vorwort:

 

Ihr lest diesen Beitrag vermutlich weil euer Hund Probleme mit dem Bewegungsapparat hat – vermutlich HD, in den unterschiedlichsten Stufen. Bitte seid euch bewusst, für eure Hunde gibt es Grenzen! Manche Grenzen zeigt der Hund von sich aus, durch Schmerz und Verweigerung, manche setzt der gesunde Menschenverstand. Einige Übungen kann man auch mit schwer kranken, und lahmenden Hunden machen, andere sind eher was für Hunde, die bereits wieder über eine gewisse gesunde Muskulatur verfügen.
Redet im Zweifelsfall bitte immer zuerst mit eurem Tierarzt und eurer Physio!

 

1. TTouch Bodenarbeit – für jeden Hund geeignet

 

bei der TTouch Bodenarbeit, geht es darum, „Hindernisse“ sehr bewusst zu begehen und sie hilft dem Hund den eigenen Körper zu erfahren (z.B. dass es eine Hinterhand gibt, die man eigenständig bewegen kann, die nicht nur vorne hinterherläuft). Ein „Hinderniss“ kann vieles sein, um mal einige Beispiele zu nennen:
– eine Plane, die auf dem Boden liegt
– ein Hütchen, was umrundet wird
– ein Slalom durch weit gesteckte Stangen
– entlang von Balken am Boden gehen
– eine am Boden liegende Leiter zu übersteigen
und vieles mehr – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

 

Gerade der Anfang ist für Mensch und Hund schwer, Selbstbeherrschung beim Mensch und viiieeeel Geduld sind gefragt. Der Hund soll auf keinen Fall „Bei Fuss“ durch die Aufgaben geführt werden, sondern lernen sich Schritt für Schritt mit dem Hinderniss auseinander zu setzten. Da gehört es auch mal dazu, dass der Hund quatsch macht und man einfach wartet, bis er damit fertig ist ….
Um die nötige Ruhe hineinzubringen, hilft bei uns die sogenannte Balance-Leine, die vor dem Brustkorb vorbei geführt wird und dem Hund es so erleichtert da nicht durch zu hudeln. Diese Übungen kann jeder Hund machen – denn sie helfen auch, die kleinen Hürden des Alltages zu überwinden
Sucht mal bei youtube, da gibt es ganz tolle Beispiele
Beispiel aus unseren eigenen Anfängen:
2. Cavletti
Cavaletti kannte ich ursprünglich nur aus der Pferdearbeit – aber auch für unsere Hunde eine tolle Geschichte. Bei einer guten Cavaletti Arbeit lernt der Hund seine Füße gleichmäßig und sauber zu heben, was auch gut, für die entsprechenden Muskeln ist.
Die große Schwierigkeit ist, unsere Hunde sollen im Schritt drüber steigen, nicht traben oder gar springen. Daher ist ein kleinschrittiger Aufbau wichtig. Einiges solltet ihr grundsätzlich beachten:
– achtet auf den Untergrund, er sollte nicht rutschig sein
– Anfangen mit einer am Boden liegenden Stange. Je nach Temperament vom Hund kann man gerne auch den Hund an der Leine drüber führen. Bitte lasst euren Hund aber bei Bedarf die Stange untersuchen
– je ruhiger das ist, desto ruhiger wird der Hund die Cavaletti Arbeit machen
– achtet auf die natürliche Schrittlänge eures Hundes, entsprechend wird so eine bequeme 2. Stange auf dem Boden gelegt. Erst wenn die beiden Stangen ruhig überschritten werden, kommen weitere Stangen im gleichen Abstand und gleicher Höhe dazu
– dann reduziert man wieder auf eine Stange, die man entsprechend der Größe des Hundes erhöhen kann. Bitte denkt dran, lieber weniger erhöhen, aber der Hund kann weiter in RUHE drüber steigen
– wenn die eine erhöhte Stange gut funktioniert, kommen wieder die anderen nacheinander hinzu. Bitte achtet darauf dass Abstand und Höhe passen.
hier mal ein Beispiel aus meinen eigenen Anfängen mit Juni – leider aber auf Parkett, das würde ich heute nie mehr so machen
und hier noch eine Demo, wie man den Stangenabstand austestet:

3. Balancekissen
ihr kennt sie alle, diese kleinen luftgefüllten Noppenkissen, die man gerne bei Aldi, Lidl und co für kleines Geld bekommt. Die meisten Hunde können da maximal mit 2 Pfoten drauf – und ich denke, die meisten machen das mit den Vorderpfoten. Das ist aber überhaupt nicht schlimm! Die Hunde müssen, auch wenn sie nur vorne drauf stehen, sich anders ausbalancieren, als wenn sie auf ebenem Boden stehen. Dadurch werden alle Muskeln im Körper verwendet. Bitte nicht unterschätzen, es sieht so harmlos aus, aber gerade für Hunde, die schon viel Muskeln abgebaut haben und eine Schonhaltung manifestiert haben, kann das extrem anstrengend sein.
4. Pendelball
das ist eigentlich die Steigerungsform vom Balancekissen. Auch große Hunde passen mit allen 4 Pfoten auf das Kissen. Je nachdem wie viel Luft im Kissen ist, ist es eine Höchstleistung darauf zu stehen, sitzen oder liegen. Definitiv eine der Übungen, die nur in Absprache mit TA und Physio erfolgen sollten.
5. Zugsport
nun, für uns ist auch das eine gute Methode Muskeln zu erhalten. Wenn man sich von dem sportlichen Aspekt verabschiedet kann es Spaß für Mensch und Hund sein Es ist eine gleichmäßige Vorwärtsbewegung die, sofern die Kugeln in der Pfanne liegen, kein Problem darstellen. Dennoch, bitte unbedingt mit TA und Physio besprechen. Und! Lasst euren Ehrgeiz zuhause und helft dem Hund (geht am besten beim Radl) und gönnt euch eine lange ruhige Aufwärmphase
Juni ist inzwischen etwas älter und zieht nur noch sehr kurze Sequenzen – aber den Rest läuft sie gleichmäßig am Rad vorweg …

 

6. Der Drehteller

dies ist mir heute erst als weitere Übung eingefallen. Ziel ist es, dass Juni mit den Vorderpfoten auf dem Drehteller bleibt und nur mit den Hinterbeinen aussen rum geht. Noch stehen wir dabei ganz am Anfang. Aber sie geht schon auf die Platte und die ersten Aktionen mit den Hinterbeinen sind schon da.

Weitere Schritte sind, dass sie, ohne dass ich vor ihr stehe nach rechts oder links mit der Hinterhand geht. Und dass sie in der Mitte stehen bleibt, so dass der Teller sich besser mitdrehen kann. Eine gute Übung zur Koordination der Hinterhand.

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